Karikatur: Holger Kiesel befestigt Schilder mit Akkuschrauber an einem Mast. Auf den Schildern steht „BayBGG“, „BTHG“ und „Bayerischer Aktionsplan“.

Positionen

Hier finden Sie eine Übersicht über meine Positionen zu wichtigen Themen der Inklusion, von „Arbeitsleben“ bis „Wohnen". Eine umfassende Darstellung bietet Ihnen mein Bericht an den Bayerischen Ministerrat 2020. Darin beschreibe ich auch meine Tätigkeit und meine verschiedenen Initiativen. Sie können ihn ganz unten herunterladen. 

Bayern inklusiv: Dafür trete ich ein!

Welcher Lebensbereich interessiert Sie besonders? Klicken Sie einfach auf „Ihr“ Thema. Darunter öffnet sich ein Fenster mit Kurzinfos zu meinen Positionen und Zielen. 

  • Menschen mit Behinderung sind – auch wenn sie sehr gut qualifiziert sind  – auf dem Arbeitsmarkt oft benachteiligt.  
  • Meine Position: Wir müssen die Übergänge zwischen Schule und Arbeitsleben und zwischen Werkstätte und allgemeinem Arbeitsmarkt deutlich flexibler gestalten. Und: Das Budget für Arbeit muss bekannter werden! Gemeinsam mit den verantwortlichen Stellen habe ich deshalb zu diesem Thema ein Infopapier entwickelt.  

Mehr erfahren und Infoblatt (PDF) herunterladen:  

zum Budget für Arbeit

Tiefer einsteigen: zu meinem Kernthema Arbeit

  • Ein Studium ist oft stark auf Wettbewerb ausgerichtet. Studierende brauchen einen fairen Leistungsvergleich – ohne Nachteile aufgrund einer Behinderung.  
  • Meine Position: Wir müssen effektive Lösungen für den Nachteilsausgleich schaffen, maßgeschneidert für verschiedene Arten von Behinderungen. Dabei müssen wir auch die wachsende Zahl von Studierenden mit einer psychischen Einschränkung berücksichtigen. Ich setze mich daher für eine Fortsetzung des Forschungs- und Praxisverbunds „Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern“ ein. 

Hier finden Sie weitere Infos zum Studium mit Behinderung und chronischer Erkrankung: 

Info-Portal „Inklusive Hochschule“ des Bayerischen Wissenschaftsministeriums

Informations- und Beratungsstelle „Studium und Behinderung“ des Deutschen Studentenwerks

LMU München: Leitfaden für Studierende mit Behinderungen

Uni Würzburg: Kontakt- und Informationsstelle (KIS) des Behindertenbeauftragten

Mentorenprogramm für Studentinnen des Hildegardis-Vereins

 TIPP! BAföG können Sie auch digital beantragen: 

Für Studierende: BAföG-Antrag online stellen

Schüler-BAföG und Meister-BAföG online beantragen: zum bayerischen Verwaltungsportal

  • Die Digitalisierung erschließt vielen Menschen mit Behinderung ganz neue Möglichkeiten, sich zu informieren, auszutauschen und am Leben teilzuhaben. Vorausgesetzt, die digitalen Angebote sind barrierefrei gestaltet! Andernfalls drohen Menschen zum Beispiel mit einer Sehbehinderung oder mit Lernschwierigkeiten erhebliche Nachteile.
  • Ich begrüße es sehr, dass der Staatssekretärsausschuss „Bayern barrierefrei“ die digitale Barrierefreiheit vorantreibt.  
  • Meine Position: Die Konformitätsstufe AA der WCAG-Kriterien muss zügig umgesetzt werden! Alle Anbieterinnen und Anbieter müssen bei der Entwicklung neuer Produkte unbedingt auf Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit achten. 

Kurz erklärt: WCAG steht für Web Content Accessibility Guidelines, deutsch: Richtlinien für den barrierefreien Zugang zu Internet-Inhalten. WCAG ist ein internationaler Standard für barrierefreie Internet-Angebote.

Übrigens: Meine Website ist nach den Regeln der Barrierefreiheit gestaltet. Facebook bietet bisher leider keine umfassende Barrierefreiheit. Auf meiner Facebook-Seite nutze ich alle Möglichkeiten (zum Beispiel aussagekräftige Bildtexte und Gebärdensprach-Videos). 

Assistenz im Krankenhaus und Reha- Einrichtungen 

  • Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist für Menschen mit Behinderung besonders belastend. Auch die Pflegekräfte stehen vor besonderen Herausforderungen; oft sind sie nicht auf die besonderen Bedürfnisse gerade von Menschen mit Mehrfachbehinderungen eingestellt. Ähnliches gilt für Reha- Aufenthalte.  
  • Eine Assistenzkraft kann diese Versorgungslücke schließen. Die Finanzierung ist nun seit Juni 2021 geklärt, nun gilt es das auch in Bayern praktisch umzusetzen. Wer sie ins Krankenhaus begleitet, entscheiden Menschen mit Behinderung selbst.   
  • Meine Position: Im Krankenhaus muss eine Assistenz für Menschen mit Behinderung gewährleistet sein. Dafür habe ich mich gemeinsam mit dem bayerischen Patienten- und Pflegebeauftragten Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer und den Kolleginnen und Kollegen aus Bund und Ländern eingesetzt. Nun muss noch eine Regelung für die Reha-Aufenthalte getroffen werden. Dafür werde ich mich weiterhin einsetzen. 

Psychische Gesundheit  

  • Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung oder Erkrankung werden besonders oft „übersehen“. Leider ist die Zuständigkeit für diese Gruppe in Bayern auf zwei Ministerien verteilt (Soziales und Gesundheit). Dadurch können Lücken in der Verantwortlichkeit entstehen. 
  • Meine Position: Die Zuständigkeiten für die psychische Gesundheit müssen dauerhaft und eindeutig geklärt werden.  

Gehörlosengeld  

  • Menschen mit einer Hörbehinderung sind auf Alltagshilfen wie zum Beispiel Dolmetschdienste angewiesen. Die Kosten werden nicht immer von den Kostenträgern übernommen. 
  • Die Folge: Menschen mit einer Hörbehinderung sind oft von der Teilhabe an kulturellen Angeboten, dem gesellschaftlichen Austausch oder der ehrenamtlichen Arbeit ausgeschlossen.  
  • Meine Position: Diese Gerechtigkeitslücke muss geschlossen werden. Bayern braucht ein Gehörlosengeld, wie es in einigen Bundesländern bereits eingeführt wurde. Ich setze mich dafür ein, dass das Gehörlosengeld im nächsten Haushalt festgeschrieben wird. 

Tipp: Auf der Website „GIB Auskunft“ finden Sie Infos über die Finanzierung von Gebärdensprachdolmetschenden. Auf der Website „Deafservice“ finden Sie noch viele weitere Informationen zu dem Thema Hörbehinderung.   

  • Im Jahr 2015 gab es in Bayern 1.237 integrative Kindertageseinrichtungen. 10.145 Kinder mit Behinderung/von Behinderung bedrohte Kinder wurden in Kitas betreut. Im Vergleich zu 2007 hat sich sowohl die Zahl der Einrichtungen als auch der betreuten Kinder mit Behinderung stark erhöht. (Quelle: Vierter Bericht der Bayerischen Staatsregierung zur sozialen Lage in Bayern) Doch weiterhin erreichen uns Hilferufe von Familien, die keinen Platz in einer schulvorbereitenden Einrichtung finden.  
  • Auch die Verbesserung der Qualität in allen Frühförderstätten ist mir ein Anliegen. Für die Kitas ist in Bayern das Sozialministerium verantwortlich, für die schulvorbereitenden Einrichtungen das Kultusministerium. Diese geteilte Zuständigkeit scheint eine wirkungsvolle Förderung zu erschweren. Die Eltern sind oft mit ihrer Situation überfordert.  
  • Meine Position: Die Politik muss praxistaugliche Lösungen unterstützen. Denn eine frühzeitige, passgenaue Therapie und Förderung ist die Grundlage für einen inklusiven Lebensweg.  

  • Bundesweit ist Bayern in vielen Fragen der schulischen Inklusion ganz vorne mit dabei – teilweise auch auf eigenen Wegen. Zum Beispiel mit den Förderschulen, die eigenständige Lernorte sind und als Kompetenzzentren die Regelschulen unterstützen.  
  • Meine Position: Unsere Bildungssysteme müssen durchlässig sein. Es ist sehr wichtig, die Übergänge, zum Beispiel von der Förderschule auf die Regelschule oder von der Grundschule auf weiterführende Schulen, gut zu gestalten. Das Schulprofil Inklusion muss weiterentwickelt werden.  

Mehr Infos: zum Kernthema Schule

  • Wo soll die Kinder- und Jugendhilfe für junge Menschen mit Behinderung angesiedelt werden? Bei den Jugendämtern oder bei den Bezirken? 
  • Meine Positon: Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind zunächst einmal Kinder und Jugendliche. Deshalb setze ich mich für die „große Lösung der Jugendhilfe“ ein: Alle jungen Menschen sollten die notwendigen Hilfen aus einer Hand bekommen und zwar von den Jugendämtern.   

  • Mit der Deutschen Bahn stehe ich in engem Austausch. Ich kann auf kurzem Wege auf Mängel hinweisen. 
  • Ganz wesentlich ist der Ausbau barrierefreier Bahnhöfe. Er muss massiv vorangetrieben werden. 
  • Ein Dauerbrenner an Bahnhöfen: defekte Aufzüge. Die Reparatur dauert oft sehr lange. Für die Betroffenen bedeutet dies lange und mühsame Umwege.  
  • Meine Position: Kleine Ursache, große Wirkung – Mobilität darf nicht an einem kaputten Fahrstuhl scheitern. Barrierefreie Zugänge zu Bahnsteigen sind wichtig für viele Menschen, zum Beispiel auch für ältere Fahrgäste und Eltern mit Kinderwagen. 

  • Politische Teilhabe bedeutet, unsere Politik mitzugestalten. Zum Beispiel, indem man zur Wahl geht.  
  • Meine Position: In Bayern müssen barrierefreie Wahlen gewährleistet sein. Deshalb habe ich die Arbeitsgruppe barrierefreie Wahlen gegründet. Ihr gehören mehrere Betroffenenverbände an. Gemeinsam haben wir erste Info-Angebote entwickeln. Nun arbeiten wir, gemeinsam mit unserer Arbeitsgruppe und dem Bayerischen Innenministerium, an der barrierefreien Gestaltung von Stimmzetteln.  

Mehr Infos: zum Kernthema politische Teilhabe

  • Bayern zieht Gäste aus aller Welt an. Barrierefreie Angebote sind ein Top-Thema! 
  • Ich begrüße es sehr, dass schon viele Hundert Tourismusanbieter in Bayern im Rahmen von „Reisen für Alle“ zertifiziert sind. 20 Pilot-Destinationen decken bereits die gesamte touristische Servicekette von der Buchung über die An- und Abreise bis zu Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten vor Ort barrierefrei ab.  
  • Meine Position: Wir sind in Bayern auf einem guten Weg! Doch es müssen noch viele Akteurinnen und Akteure dem Beispiel folgen. Barrierefreiheit lohnt sich, denn sie zieht auch die große  Zielgruppe der älteren Reisenden an. Und: Wir sollten beim Stichwort Tourismus nicht nur an die Gäste denken, sondern auch an Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung! 

Lesetipp: Auf der Website „Bayern barrierefrei“ des Sozialministeriums finden Sie Infos zum barrierefreien Tourismus in Bayern: 

Bayern barrierefrei erleben: Infos für Gäste

Tourismus barrierefrei: Infos für Anbieter

 

  • Inklusives Wohnen bedeutet: Menschen mit und ohne Behinderung leben Tür an Tür, begegnen einander, tauschen sich aus. Doch dieses ganz normale Miteinander ist noch immer nicht selbstverständlich. Viele Menschen mit Behinderung leben in großen Wohnanlagen, mit wenig Kontakt nach „draußen“.  
  • Meine Position: Die Umwandlung von solchen Komplexeinrichtungen in kleine inklusive Wohnprojekte (Konversion) ist ein wichtiger Schritt. Doch der Zeitplan für die Umsetzung sollte deutlich gestrafft werden. 

Hier finden Sie Beratungsstellen zum barrierefreien Wohnen bzw. zum Wohnen im Alter:

Koordinationsstelle Wohnen im Alter

Barrierefrei Leben e. V. (Verein für Hilfsmittelberatung, Wohnraumanpassung und barrierefreie Bauberatung)

Wohnberatung des Vereins Stadtteilarbeit

Mehr Infos: zum Kernthema Wohnen

Mein Bericht im Ministerrat 2020 

Als Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung arbeite ich an vielen Themen und in vielen Gremien. In meinem Bericht an den Ministerrat 2020 habe ich ausführlich meine Tätigkeit und meine Positionen vorgestellt: 

Bericht an den Ministerrat 2020 herunterladen (PDF)

Karikatur: Holger Kiesel baut mit Holzbrettern eine Treppe zur Rampe um. Auf den Brettern steht das Wort „Inklusion“.

Die Titelseite des Berichts für den Ministerrat 2020 stellt Holger Kiesels Aufgaben als Behindertenbeauftragter dar: dicke Bretter bohren – und den Freistaat barrierefrei und inklusiv gestalten.